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Die Strompreislüge

30.09.2012

Das diesjährige Sommerloch war geprägt von einer einseitigen Debatte über die Strompreise. Deren Anstieg wurde dabei quer durch fast alle Medien vor allem der Förderung der Erneuerbaren Energien angelastet. Doch dabei wurde einiges verschwiegen.

Die Strompreislüge Für die Stromkosten spielt nämlich nicht das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), sondern zwei andere Aspekte eine zentrale Rolle. Sie sind aber nicht auf den ersten Blick ersichtlich.

1. Was alles im Strompreis (nicht) enthalten ist




Der Strompreis 2012 setzt sich laut Wikipedia aus folgenden Kostenanteilen zusammen:

  • 34 % Stromerzeugung
  • 20 % Netznutzung
  • 14 % EEG-Umlage (= 3,59 ct/kWh
  •  8 % Stromsteuer
  • 7 % Konzessionsabgabe
  • 16 % Mehrwertsteuer

Im Strompreis gar nicht enthalten sind jedoch Teile der Kosten der konventionellen Energieträger. Diese so genannten versteckten Kosten setzen sich zusammen aus Förderungen und Subventionen (z.B. Steinkohleabbau im Ruhrgebiet), aber auch aus den Folgekosten konventioneller Energieträger (Atommülllagerung, CO2-Ausstoß, Katastrophen und deren Auswirkungen wie z.B. Tschernobyl oder die Explosion der Ölplattform im Golf von Mexiko), die z.T. schlicht auf die nachfolgenden Generationen abgewälzt werden.

Eine Studie des Forums Ökologische Marktwirtschaft (FÖS) hat die "gesamtgesellschaftlichen Kosten" der einzelnen Energieträger berechnet und kommt dabei für konventionelle Energieträger auf zusätzliche Kosten von ca. 11 ct/kWh. Würden diese, genau wie die EEG-Umlage, als "Konventionelle-Energien-Umlage" dem Strompreis hinzugerechnet, wäre für jedermann ersichtlich, welches in Wahrheit die teuren Energieträger sind – nämlich die konventionellen.

2. Die Großkonzerne werden nicht zur Kasse gebeten




Anders als private Verbraucher und kleine Betriebe sind viele stromintensive Konzerne vom Netzentgelt befreit. 23.000 Betriebe mit hohem Stromverbrauch sind außerdem weitgehend von der Stromsteuer befreit. Auch die EEG-Umlage muss von stromintensiven Betrieben nicht gezahlt werden. Umgelegt werden diese Einnahmeausfälle wiederum auf kleinere Betriebe und Privatverbraucher, denen dann eine höhere Stromrechnung ins Haus flattert.

Mehr Informationen dazu gibt es hier.