Aktuelles

Flyer mit Infos zur Energiewende

17.11.2013

Unser Flyer "Was man Ihnen erzählt" - gerne zur Weiterleitung

 

„Klima? Ist doch alles nur Panikmache!“

Nein! 2012 warnte sogar die Weltbank, 2013 die Interna-tionale Energieagentur und u.a. auch Siemens vor einer dramatischen Klimaverschlechterung und einem durchschnittlichen globalen Temperaturanstieg um 4 bis 5,3°C!

„Kohle, Öl und Gas gibt es noch genug – Braunkohle haben wir sogar selbst ausreichend“

Braunkohle ist die schmutzigste Art der Energiegewinnung überhaupt! Und die Fördermengen leicht zugänglicher Quellen für Öl und Gas sinken. Neue Vorkommen finden sich überwiegend an schwer auszubeutenden Stellen (Meeresgrund, Arktis, Ölschiefer). Die weitere Förderung dieser Energieträger ist gefährlich und schwierig! Strom, Heizen und Mobilität auf Basis von Kohle, Öl und Gas werden somit immer teurer!

„Öl, Gas und Kohle können wir einfach importieren“

Nein! Wir - und somit auch unsere Industrie - machen uns durch den Import zu fast 100 % abhängig von den Lieferstaaten, die oft nicht unseren Vorstellungen von Demokratie entsprechen. 2012 gaben wir übrigens über 90 Mrd. € für Primärenergieimporte aus – das sind durchschnittlich 300 Mio. € pro Landkreis!

„Die Erneuerbaren werden zu sehr subventioniert“

Nein! Die Subventionen für fossile Energieträger und Kernkraft in der EU (2011: 100 Mrd. €) sind wesentlich höher als die Subventionen für Erneuerbare Energien (2011: 30 Mrd. €).

„Wir brauchen zuerst neue Stromtrassen, sonst können wir den Strom aus Erneuerbaren gar nicht transportieren“

Falsch! Große Stromtrassen sind vor allem bei einer zentralistischen Struktur erforderlich (z.B. für die geplanten großen Windparks in Nord- und Ostsee). Die Energiewende ist aber ein dezentrales Projekt: Im Idealfall wird der Strom vor Ort gewonnen; dafür brauchen wir mehr dezentrale Verteilnetze. Die anvisierten Stromtrassen werden übrigens auch dem Transport von schmutzigem Braunkohlestrom dienen.

„Die bisherigen Stromversorger werden sich schon um die Energiewende kümmern“

Nein! Die großen Energiekonzerne, EnBW, e.on, RWE und Vattenfall, verdienen sehr gut mit ihren fossilen und nuklearen Kraftwerken. Investitionen in Erneuerbare Energien würden ihre Gewinne schmälern. Ihr bisheriger Anteil am regenerativ erzeugten Strom beträgt daher gerade einmal 6 %! Außerdem sind sie als Aktiengesellschaften ihren Aktionären verpflichtet und müssen möglichst hohe Gewinne erwirtschaften. Energie ist aber ein Grundbedürfnis unserer Gesellschaft und darf nicht einer Gewinnmaximierung unterliegen. Echtes Engagement für die Energiewende ist nur durch andere, neue Akteure zu erwarten.

„Kohle, Gas und Atomenergie sind günstiger als die Erneuerbaren“

Nein! Ihr Preis deckt nur einen Teil ihrer wahren Kosten. Ihre immensen Folgen für die Gesellschaft (Umwelt- und Gesundheitsschäden, Ewigkeitskosten, Endlager etc.) werden auf den Staat und damit die Bürger abgewälzt, die sie verdeckt über ihre Steuern bezahlen! Erneuerbare Energien hingegen erfordern lediglich Anfangsinvestitionen. Dann amortisieren sie sich jedoch sehr schnell und liefern ihr ganzes langes Anlagenleben preiswerte und saubere Energie.

„Wind und Sonne sind nicht immer verfügbar und lassen sich nicht speichern“

Doch! Zum Beispiel mit der Power-to-Gas-Technologie. Dabei wird Windstrom in Methan umgewandelt und in das riesige, bereits vorhandene Gasnetz eingespeist. So kann Windstrom gespeichert, zum Heizen verwendet oder in Strom rückverwandelt werden.

„Power-to-Gas hat einen Wirkungsgrad von nur 40 %, ist also unsinnig“

Falsch! Dieser Wirkungsgrad gilt nur für die Rückum-wandlung in Strom, nicht aber für die direkte Nutzung zur Wärmeerzeugung. Konventionelle Kraftwerke haben übrigens durchweg einen begrenzten Wirkungsgrad (von ca. 40 %). Doch während die Energielieferanten Sonne und Wind kostenlos sind, müssen konventionelle Energieträger zuerst teuer eingekauft oder gefördert werden!

„Strom wird wegen der steigenden EEG-Umlage unbezahlbar“

Die EEG-Umlage macht derzeit ca. 20 % des Strompreises aus. Nur 2,5 ct, d.h. knapp die Hälfte davon, entfällt auf die reinen Förderkosten für Erneuerbare. Während die monatlichen Stromkosten eines 3-Personen-Haushalts von 2000 bis 2012 um 48 % stiegen, erhöhten sich im gleichen Zeitraum die Kosten für Wärme und Kraftstoffe deutlich mehr: um 86 %! Diese Belastung wird jedoch nicht thematisiert!

„Der Markt wird das schon regeln“

Der Markt verantwortet u.a. den GAU in Fukushima und die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, Sicherheitsmängel in unseren eigenen AKW, aber auch die Abwälzung der Endlager-Problematik auf den Staat. Der regulierenden Hand der Gesetzgebung hingegen verdanken wir z.B. höhere Energieeffizienzstandards bei Neubauten, Katalysatoren in Autos und inzwischen einen Anteil der Regenerativen am Gesamtstrombedarf von ca. 25 %. 

„Es wird zu Stromausfällen kommen“

Nein! Selbst nach der Abschaltung mehrerer Atomkraftwerke wird regelmäßig überschüssiger Strom exportiert. Der öffentlich viel thematisierte angebliche „Engpass“ An-fang 2012 entstand hingegen durch Spekulationen an der Strombörse!

„Windkraft lohnt sich nur an der Küste“

An oder vor der Küste weht der Wind stetiger, insgesamt ist die Windernte jedoch nicht bedeutend höher als an Land. Dies gilt insbesondere dann, wenn man berück-sichtigt, dass Offshore-Anlagen die teuerste regenerative Energieform sind: Bau, Netzanschluss und Wartung sind extrem kostenintensiv. Das hat verschiedene Gründe, z.B. die hohe Ausfallrate von WKA im Meer (starke Korrosion wegen des hohen Salzgehalts der Luft; Wartung nur bei ruhiger See möglich). Aus diesem Grund können sie auch nur von großen Investoren gebaut werden.

„Die Energiewende gefährdet unseren Industriestandort“

Im Gegenteil! Unsere Industrie war bereits und kann auch in Zukunft Vorreiter auf dem Gebiet von Innovationen und neuer Technik sein und dadurch neue Arbeitsplätze schaffen, Standorte sichern und Wachstumsmotor für grüne Energie sein. Deutschland hat außerdem mit seinem Erneuerbare-Energien-Gesetz bereits ca. 60 Nachahmer-Nationen auf der ganzen Welt.

„Wir werden große Investitionen in die Netze brauchen“

Fakt ist, dass die Betreiber der Stromnetze weder in die Ertüchtigung noch in den Erhalt der bisherigen Netze ausreichend investiert haben; die Nutzungsentgelte wurden schlicht größtenteils in Gewinne verwandelt. Mit oder ohne Energiewende werden die Kosten für Netze steigen.

„Der Ausbau der Erneuerbaren muss langsamer passieren“

Im Gegenteil! Wir müssen dringend vorangehen! Aber wir benötigen zeitgleich Unterstützung bei der Erforschung und Entwicklung von Speichermöglichkeiten und die Er-tüchtigung der Netze für eine dezentrale Stromversorgung. 

„Die Energiewende ist bis 2022 gar nicht zu schaffen“

Stimmt! Aber hier wird etwas verwechselt! Das Ziel für 2022 ist der Atomausstieg und dieses Ziel ist realistisch. Ein anderes realistisches Ziel ist die Energiewende: Bis 2050 soll der Anteil der Erneuerbaren auf 80 % steigen und die Treibhausgasemissionen um 80-95 % (gegenüber 1990) reduziert sein.

Die billigste Energie ist übrigens die, die wir gar nicht benötigen! 

Statt weiter mit schmutzigen, umweltschädlichen und risikoreichen Energieträgern (wie Kohle, Öl und Kernkraft) unseren Energiebedarf zu decken, können wir jederzeit auf saubere Energie aus Sonne und Wind umsteigen. Trotzdem überlegen wir, ob wir Gas und Öl aus dem Gestein sprengen sollten, wenn es anderswo knapp wird. Ob wir CO2 in den Boden verpressen sollten, wenn davon zu viel in der Atmosphäre ist. Ob Atomkraftwerke und Endlager wirklich unsicher sind.

Doch Energie aus Regenerativen Energieträgern ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch günstig und im Übermaß vorhanden. Sie schützt uns vor weiterer Klimaverschlechterung, bewahrt die Lebensgrundlagen kommender Generationen und macht uns unabhängig von Energieimporten. Indem wir die Chancen der Energiewende ergreifen, handeln wir verantwortungsbewusst und im Sinne einer lebenswerten und nachhaltigen Zukunft.

Wir konnten schon zum Mond fliegen- glauben Sie da wirklich, die Energiewende kann uns nicht gelingen?



Der Text zum Herunterladen als Flyer:

Was_man_Ihnen_erzaehlt_und_was_wirklich_stimmt