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Leserbrief zur Gemeinderatsentscheidung in Hetzles

06.08.2012

Der Gemeinderat in Hetzles hat sich in seiner Juli-Sitzung gegen die Vorrangfläche 203 Ebersbach-West ausgesprochen. BfB-Vorstand Barbara Cunningham nahm das zum Anlass für einen Leserbrief.

Leserbrief zur Gemeinderatsentscheidung in Hetzles Der Leserbrief im Wortlaut:

Seit der öffentlichen Auslegung des Regionalplans haben sich die Anhänger des Vogelschutzes im Landkreis Forchheim ebenso sprunghaft vermehrt wie Vorkommen und Artenvielfalt von Greifvögeln in den Gemeinden mit geplanten Windvorrangflächen. Das könnte man aus der Sicht des Naturschutzes als durchaus erfreulich werten, sind doch viele unserer Vögel längst durch Umweltveränderungen bedroht. Wäre da nicht das Gefühl, dass es den Nachwuchs-Vogelschützern um etwas ganz anderes geht.

Das zeigen die vielen anderen Behauptungen, die gegen die Windkraft angeführt werden. Zu lesen und zu hören ist in den vergangenen Wochen vom Wertverlust der Immobilien in der Nähe von Windkraftanlagen und von gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Bürger durch Lärm und Infraschall. Weil das aber offensichtlich nicht allzu viel hilft, hat man nun die Vögel entdeckt. Da hört man auf manch Informationsveranstaltung schon mal die Ankündigung, man werde das betroffene Gebiet nach bedrohten Vogelarten durchkämmen. Tierische Schutzschilde für den Menschen – wenn es darum geht, potentielle Windkraftanlangen zu verhindern, ist jedes Mittel recht.

Während also besorgte Windkraftgegner auf der Suche nach Vögeln die Wälder durchstreifen, erreicht uns über die Presse die Nachricht, dass Agrarvögel wie zum Beispiel die Feldlerche in den letzten beiden Jahrzehnten um bis zu 50 Prozent zurückgegangen sind. Verursacht wird dies laut Deutscher Ornithologischer Gesellschaft und dem Dachverband Deutscher Avifaunisten durch die Intensivierung der Landwirtschaft und die Forcierung des Energiepflanzenanbaus. Neue Vogelschützer hat diese Entwicklung in unserer Region noch keine auf den Plan gerufen. Schließlich geht es ihnen nicht etwa um den Vogelschutz, sondern darum, die Energiewende zu verhindern, wenn man selbst davon betroffen ist. Wie sonst ist es zu erklären, dass man Windkraftanlagen kategorisch ablehnt, die im Vergleich mit anderen Formen der Energiegewinnung (wie zum Beispiel Biogasanlagen, die einen enorm hohen Flächenverbrauch haben) verträglich sind für Mensch UND Natur? Energiewende ja – aber bitte nicht bei uns!